Nein, es waren nicht die Schweizer und im Schwarzwald war es dennoch populär, aber erfunden haben es die Norweger. Jedenfalls gehört es zu den beliebtesten Wintersportarten und wurde schon früher als schnelles Fortbewegungsmittel geschätzt. Vereine und Skischulen wurden gegründet, Wintersportfilme gedreht und anschließend der erste Schlepplift in Schollach gebaut. Meine Reise in die Vergangenheit des Wintersports führt mich schließlich zum Skimuseum in Hinterzarten, das initiiert wurde vom ehemaligen Olympiasieger Georg Thoma.

Mein erster Eindruck

Der Feldberg zieht dennoch viele Wintersportler an. Hier steht der frühere Hugenhof mitten im idyllischen Ort Hinterzarten. Ein prachtvolles Schwarzwaldhaus mit Holzschindeln und Walmdach. Seit über 20 Jahren dreht sich hier alles rund ums Skifahren, das erkenne ich an den langen Skiern am Eingang. Bitterkalt ist es, während ich die wenigen Meter vom Parkplatz bis zur Eingangstüre laufe. Ein Infoblatt zu einer Buchvorstellung mit dem Autor Roland Weis hängt an der großen Holztür. Später teilt mir die freundliche Kassiererin mit, dass in Kürze Werke von dem Künstler Thomas Zipfel im oberen Stock zu sehen sind.

Bilder sagen mehr als tausend Worte

Einen großen Reisekoffer mit Leihgaben, wie einen Kompass, ein Fernrohr und eine Landkarte entdecke ich im nächsten Raum. Die Fotos an den Wänden verraten mir, dass dieser Sport auch dennoch zur Gemeinschaft beigetragen hat. Ganz besonders interessant ist für mich eine alte Aufnahme von dem französischen Konsulatsekretär Dr. Pilet, der 1891 als erster den Gipfel des Feldbergs auf Skiern erklomm. Nebenan schmücken Momentaufnahmen von Skispringern die Wände. Dem Schwarzwälder Fotograf, Filmemacher und Sportler Sepp Allgeier ist hier außerdem ein eigenes Zimmer gewidmet.

Nur wer tüftelt kommt voran

Gäbe es heute keinen Lift, würde ich noch Ski fahren? Sicher nicht. „Schiehzieh“ habe ich zwar noch nie gehört, aber lesen kann ich hier etwas darüber. Schon früh tüftelte man, an einem schlittenartigen Gerät, um den Aufstieg mit Gepäck bequemer zu gestalten. Auf einer Tafel lese ich etwas über den ersten Schlepplift in Schollach, der das Ende des mühevollen Aufstiegs ermöglichte. Eisen, Holz und Wachs finde ich in den nächsten Schaukästen. Ski aus Eschenholz schmücken die Wände. Auf einer Schautafel sind die aufwendigen Arbeitsgänge bei der Herstellung dieser Skihölzer illustriert und beschrieben. Wie aufwendig musste es sein, diese Hölzer zu formen und zu biegen?

Die gemütliche Kaffeepause

Am Kachelofen gönne ich mir einen heißen Kaffee und bestaune die weißen Wollhandschuhe von Georg Thoma. Die charmante „Thomastube“ ist nicht nur gemütlich, sie ist auch etwas ganz Besonderes. Sie erzählt von der Jugend als Hütejunge bis zu den höchst erfolgreichen Zeiten des Sportlers Georg Thoma. Eine Sammlung von Fotos, Medaillen und Pokalen an den Wänden geben Auskunft über die Lebens- und Erfolgsgeschichte des sympathischen Hinterzartener Ehrenbürger.

Winterlandschaft als Ölgemälde

Farbmalereien von nahmhaften Künstlern finde ich anschließend einen Stock höher. Einer der ersten Maler war Hermann Dischler, dessen Werke aus dem Jahre 1891 stammen. Im Foyer hängt ein ganz besonderes Ölgemälde aus dem Jahre 1919 von Karl Hauptmann. Man könnte es beinahe für eine Fotografie halten. Filigrane Konturen zeigen einen schneebedeckten Wald.

Leidenschaft für das Skifahren

Ganz besonders ist es, wenn man dieselbe Leidenschaft in einem Verein teilt. Der älteste Schwarzwälder Skiclub Todtnau, der vor über 100 Jahren gegründet wurde erhielt hier seinen Ehrenplatz. In mehreren Vitrinen kann man Urkunden, Skimedaillen und Abzeichen bestaunen. Auch Utensilien von Skivereinen aus dem Schwarzwald sind hier in Schaukästen zu sehen.

Ausstellung bekannter Sportler

Sie schreiben Geschichte und sorgten mit ihrem Sport für Begeisterung und Leidenschaft. Natürlich dürfen sie in diesem Museum nicht fehlen. Erinnerungsgegenstände, Kleider, Medaillen und Autogramme von berühmten Wintersportlern werden hier gezeigt. In einer Videbox kann ich mir Clips über die Geschichte der beliebten Sportart oder Filme zu den olympischen Spielen per Knopfdruck auswählen.

Die erfolgreichste Sportlerin im alpinen Ski

Auch sie darf hier nicht fehlen. Christel Cranz, die ich hier auf einem Bildschirm sehe und höre. Sie erzählt Geschichten aus ihrem Leben und Erfahrungen im Sport. In der Vitrine nebenan befinden sich ein Teil der Trophäen, die sie gewann. Ihr Leben endete tragischerweise mit 89 Jahren mit einem Treppensturz.

Fazit: Das Museum im 300 Jahre alten Hugenhof birgt schon einem besonderen Flair. Mir gefällt, dass hier Menschen arbeiten, die das Museum ehrenamtlich betreiben. Die Geschichte des Wintersports wird hier lebendig und ich hätte nicht gedacht, dass sie so umfangreich ist. Ganz toll finde ich den zweisprachigen Museumsführer, der Punkt für Punkt durchs Museum führt. Nicht so gut finde ich die zweistündige Parkzeitbegrenzung, da ich gerne etwas länger Zeit hier verbringen würde.

Mein Tipp:

  1. Mit dem „Museums-PASS-Musées“ ist der Eintritt kostenlos.
  2. Für Inhaber der „Hochschwarzwaldcard“ ist der Eintritt frei.
  3. Parkplätze gibt es direkt am Museum.
  4. Das Museum ist bedingt barrierefrei.
  5. Jeden 2. und 4. Samstag im Monat um 15 Uhr gibt es im Skimuseum eine offene Führung ohne Anmeldung. Führungen in Deutsch, Englisch und Französisch nur auf Anmeldung.
  6. Es finden regelmäßig Veranstaltungen statt, einsehbar auf der Homepage.
  7. Die Museumsräume sind vermietbar und bieten einen besonderen und reizvollen Rahmen für Feierlichkeiten, Trauungen und viele andere besondere Anlässe.
  8. Auf vorherige Anmeldung gibt es Kaffee und Kuchen.
  9. Öffnungszeiten Dienstag, Mittwoch, Freitag 14-17 Uhr. Samstag, Sonntag und an Feiertagen ist von 12 – 17 Uhr geöffnet. Jeden 2.+4. Samstag im Monat um 15 Uhr gibt es eine offene Führung ohne Anmeldung.

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