Blog Wanderpfad

Ob einsame Stollen für den einst ertragreichen Bergbau, Floßschleusen an der Kinzig, die der jahrhundertelang lebenswichtigen Flößerei dienten sowie Spuren zur Glasherstellung: Im Schwarzwald findet man heute noch Hinterlassenschaften früherer Betriebe. So auch in der idyllischen, geschichtsträchtigen Stadt Alpirsbach. Hier wird bis heute darüber gemunkelt, dass der Name „Glaswald“ im Naturschutzgebiet von einer einst bestehenden Glashütte abgeleitet wird. Die Voraussetzungen in dem wasserreichen Wiesental sind immerhin gegeben. Ich möchte mir dieses besondere Biotop mal ansehen und mache mich auf den Weg zur Karlsquelle.

Am Lindenbrunnen

Vom Marktplatz aus, am plätschernden Lindenbrunnen auf dem Ambrosius-Blarer-Platz vorbei, beginne ich den fast sechs Kilometer langen Rundweg über die Glaswiesen. Die Spitalgasse hinauf muss ich mich kurz umdrehen, denn hier habe ich einen wundervollen Blick auf das romanische Benediktinerkloster Alpirsbach. Schließlich erkenne ich an einer Einmündung nach links bereits das Schild „Karlsquelle“. Am Alpirsbächle entlang laufend stoße ich auf den Wanderparklatz mit einer Infotafel „Naturschutzgebiet Glaswiesen und Glaswald“.

Einblick in den früheren Bergbau

der Wanderparkplatz zu den Glaswiesen im Schwarzwald
Am Parkplatz

Gegenüber vom Parkplatz befindet sich hinter einer Holzverschalung ein Bergstollen. Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurde in Alpirsbach äußerst ertragreich Kobalt abgebaut. Durch den bedeutsamen Bergbau erfuhr die damals bestehende Farbmühle in Alpirsbach einen großen wirtschaftlichen Auftrieb. Ich werfe einen kurzen Blick in den dunklen feuchten Stollen und erkenne allerdings nur eine scheinbar verschlossene Stahltür.

Zitronenfalter und Trauermantel

An der Karlsquelle im Schwarzwald trifft man auf viele Lebewesen
Der Trauermantel

Während ich in Richtung Karlsquelle marschiere, zeichnen raschelnde Laubbäume ihre Schatten auf meinen Weg. Plätschernde Quellen fließen in die feuchte Wiesensenke bis in die Weite des Kinzigtals. Inzwischen flattern Zitronenfalter eifrig im Sonnenlicht umher. Am Wegrand tummelt sich ein Trauermantel. Ich halte ganz still damit ich ihn fotografieren kann. Auf Zehenspitzen tapse ich vorsichtig an den kleinen Schmetterling heran, der gerade die warmen Sonnenstrahlen genießt.

Die Karlsquelle

Ursprung des Alpirsbächle
Die Karlsquelle

Nicht weit vor mir sehe ich bereits einen Grillplatz und eine Schutzhütte. Hier entdecke ich auch den Ursprung des Alpirsbächles, der aus einer Fratze in der steinernen Mauer entspringt, welches sich anschließend in einem Brunnen sammelt. Ich nehme eine handvoll von dem kühlen, klaren Wasser der Karlsquelle, lasse es über mein Gesicht rieseln und genieße die herrliche Aussicht in das weite Tal.

Den „Unteren Moosweg“ entlang

Ein besonderes Biotop im Naturschutzgebiet im Schwarzwald
Schlüsselblumen

Ein kleiner Aufstieg führt mich nun auf den Rückweg. Huflattich und Schlüsselblumen zeigen ihre gelben, prachtvollen Blüten. An den Bäumen hängen einige Vogelhäuschen und Nistkästen. Schon bald treffe ich auf ein liebevoll gestaltetes „Insektenhotel“, ein künstlich geschaffenes Nist- und Überwinterungsquartier für Insekten. Auf der naheliegenden Bank sitzend weile ich meine Augen an den sumpfigen Wiesen. Die seltene „Rispen-Segge“, eine Art Sauergrasgewächs, siedelt zerstreut am nährstoffreichen Stillgewässer. Abwärts erreiche ich schließlich wieder den Wanderparkplatz und von dort geht es zum Marktplatz zurück.

Mein Fazit: Für Wanderer, Naturverbundene und Familien ist dieser barrierefrei Pfad genau das Richtige. Allerdings sollte man in diesem gepflegten Naturschutzgebiet achtsam mit dem Lebensraum der Pflanzen- und Tierwelt umgehen. Mir gefällt, dass es hier engagierte, ehrenamtlich Tätige gibt, die sich regelmäßig um die Pflege und Sauberkeit der Nistkästen und Vogelhäuschen kümmern. Mir hat der Pfad besonders gut gefallen, da er sehr abwechslungsreich und zu jeder Zeit begehbar ist.

Tipps:

  • Man kann den Rundweg verkürzen, wenn man am Wanderparkplatz „Glaswiesen und Glaswald“ startet.
  • Den Grillplatz kann man mieten, man muss es allerdings bei der Stadt Alpirsbach melden.
  • Im Spätsommer ist der Wanderpfad besonders attraktiv, denn dann blüht und duftet das „Mädesüß.“ (Rosengewächs)
  • Wer nach der Wanderung noch gerne einkehren möchte, findet im Café am Kloster herzhafte Kuchen. Ob in der gemütlichen Braustube oder im freundlichen Biergarten, das gut bürgerliche Essen im Brauereigasthof Löwenpost schmeckt besonders gut. Außerdem gibt es hier auch Übernachtungsmöglichkeiten, sowie eine E-Bike Tankstelle.
  • Wer noch etwas erleben will, der ist bei einer Brauereibesichtigung, sowie Verkostung im Alpirsbacher Klosterbräu, besonders gut aufgehoben. Bei einer Führung im eindrucksvollen Alpirsbacher Kloster erlebt man die Geschichte der Mönche hautnah. Im Heimatmuseum trifft man auf besondere Exponate zur Stadtgeschichte.
  • In der weithin bekannten Confiserie Heinzelmann, in der die Schokolade selbst hergestellt wird, wird man durch allerlei Süßes in Versuchung gebracht.

Diese Website verwendet Cookies, um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern. Sie stimmen zu, indem Sie die Website weiter nutzen. Datenschutzerklärung